Gioconda

Segeln in Belize und Guatemala

You better belize it —

Ein Segeltörn in der westlichen Karibik

Die Anreise

Belize City , grösste Stadt in dem winzigen Staat Belize , zwischen Mexico und Guatemala gelegen , ist der Ausgangspunkt unseres 2-wöchigen Segeltörns . Die Anreise ging über Cancun / Mexico , in Ermangelung direkter Flüge zwischen Europa und diesem touristisch noch so unerschlossenem Land , weiter per komfortablem Reisebus , 8 ½ lange Stunden bis zum Zielort .

Fischen am Barriere Riff

Silke u. Holger , das Skipperpaar , die wir schon aus Deutschand kennen , warten auf uns nahe dem Fort George Pier vor Anker , Marinas sind in dieser Region der Karibik dünn gesät ! Kräftige nordöstliche Winde und Temperaturen , die nicht gerade karibisch sind , lassen uns den nahen geschützten Ankerplatz aufsuchen , wo wir auch gleich von einer Gruppe Delphinen mitsamt Jungtieren empfangen werden . Der Einkauf ist schon erledigt , die letzten fehlenden Kleinigkeiten sind schnell besorgt und so gehts auch gleich unter vollen Segeln Kurs Südost , zu der Inselgruppe Bluefield Range , die nur wenige Meilen vom Barriere Riff entfernt liegt . Noch während wir bei Kaffee und Kuchen Pläne schmieden , verkündet ein lautes rrratsch an der Schleppangel , dass ein Fisch gebissen hat ! Na prima , Holger zieht einen stattlichen Barracuda an Deck , das Abendessen ist gesichert ! Aus den Filets , die in Kokosmilch eingelegt werden , und einigen frischen Zutaten , zaubert Silke Barri in Kokos-Ingwer-Sosse , köstlich !

Tropische Sonnenuntergänge

Die Tage beginnen und enden früh in diesen Breiten , um 18 Uhr geht die Sonne unter , ohne sich lange mit Dämmerungen aufzuhalten , da heisst es , den Sundowner rechtzeitig gemixt — der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt — und die Knabbereien bereitgestellt , die Show beginnt , jeden Abend neue Farbexplosionen , von gelb , orange über pink , violett bis dunkel-aubergine . Der neue Tag bringt Sonne satt , eine leichte Brise und Temperaturen zwischen 26 und 29 Grad , so hatten wir es uns vorgestellt ! Auf dem Weg nach Rendezvous Caye , einer kleinen Insel am Barriere Riff , wie wir sie aus der Bacardi Werbung kennen , kramen wir unsere Schnorchel Ausrüstung hervor , wir sind voller Vorfreude .

Schnorcheln am Barriere Riff

Das Riff , das diese Insel gürtelartig umgibt , ist schon von Weitem zu erkennen , ebenso all die kleinen und grossen Riffe , die verstreut davor liegen und sich bräunlich dunkel vom türkisblauen , glasklaren Wasser abheben . Hier ist der Ankergrund nicht besonders gut , dünner Sand , der spärlich den harten Boden bedeckt – das heisst , wir bleiben leider nur bis zum Nachmittag . Der Korallengürtel bietet ein abwechslungreiches Bild , sanft ansteigende Gärten mit verschiedensten Weich– und Hartkorallen , zwischen denen sich ein grosser Adlerrochen ausruht . Tropische Fische , gross und klein , in den herrlichsten Farben , auch in grössseren Schwärmen , ziehen an uns vorbei . Immer neue Korallenformationen verwöhnen das Auge und lassen uns vergessen , dass uns langsam kühl wird , Wassertemperaturen von 24–25 Grad eben , wir wollen aufs Boot zurück , schliesslich ist es mittlerweile Lunch Zeit .

Törn zum Lighthouse Atoll

Vor der Küste Belizes erstreckt sich das zweitlängste Barriere Riff der Erde , begrenzt im Süden von den Sappodilla Cayes vor der Küste Guatemalas . Drei unterschiedich grosse Atolle , das bekannteste davon , das Lighthouse Reef , gehört bei Tauchern zu den beliebtesten Revieren überhaupt , allen voran das Blue Hole ,bekannt durch Jaques Cousteaus' Forschungen . Aber auch die anderen Atolle , besonders Turneffe Islands mit seiner enormen Grösse , gehören zu den besten Tauchrevieren in der Karibik . Nur einige wenige Tauchresorts der gehobenen Preisklasse verstecken sich in idyllischen Ecken dieser Atolle , ansonsten bieten Tauchunternehmen Tagestouren zu allen wichtigen Plätzen an .

Bei hohem Sonnenstand und guter Sicht durchqueren wir das Riff Richtung Osten und erreichen schon nach 2 Stunden Joes Hole am südlichen Ende von Turneffe – ein ruhiger Ankerplatz , ausgestattet mit einem langen Saumriff für unseren Schnorchelgang am nächsten Morgen .

Bevor es weitergeht zum Lighthouse , gute 20 Meilen östlich , kündet sich Besuch an , eine Delphinschule bestreitet das Unterhaltungsprogramm für die nächsten zwei Stunden . Den Wind fast auf die Nase und eine kräftige Welle aus Ost – es gibt keine Landmasse , die die Dünung stoppen könnte – beschert uns einen langen Tag auf See , immer wieder kreuzen wir und einige Male lassen wir sogar den Motor mitlaufen , um nicht zuviel Höhe zu verlieren . Kurz vor Sonnenuntergang machen wir an einer der vielen Bojen fest , die an dem bogenförmigen Riff vor Long Caye angebracht sind , hapuh !

Die folgenden Tage sind ausgefüllt mit Schnorcheln , Schwimmen , Tauchen , Fischen , Faulenzen und Landgängen- nur wenige dieser Cayos am Lighthouse sind bewohnt , mal abgesehen von den Tölpeln und Fregattvögeln auf Half Moon Caye – Natur pur !

Eine Kaltfront kündet sich an , der Wetterbericht per Fax lässt keine Zweifel ,diese paradiesischen Tage gehen zu Ende und um nicht zeitlich in Konflikte zu geraten , machen wir uns auf den Weg zurück , diesmal bei gemütlichem achterlichen Wind . Es ist genug Zeit , um vor Tobacco Caye einen Stopp zu machen , Landgang mit Sundowner in der Strandbar , bei ausgelassener Stimmung und karibischen Rhythmen . George fragt , ob wir Conchs wollen , er hat einen ganzen Haufen in seinem hölzernen Paddelboot liegen – ausgenommen und geputzt sind diese Schnecken ein prima Souvenir und Mitbringsel . Ansonsten putzen seine Kollegen gerade jede Menge Fisch am Steg und einige Meter weiter wird auch schon der Grill angefeuert für ein Barbeque am Strand .

Wir suchen uns eine geschützte Ankerbucht , um die Kaltfront auszusitzen , die auch mit einem Tag Verspätung mit Regen , heftigem Wind aus Nordwest , Nord und Nordost für Abkühlung sorgt . Trotzdem wollen wir die kleinen Mangroveninseln per Beiboot erkunden , nehmen Angel und Köder mit und müssen Silke und Holger leider bei der Rückkehr enttäuschen , keiner gebissen !

Zwei Tage später sitzen wir im Bus , der uns von Belize City nach Cancun bringt . Hinter uns liegen zwei Wochen Segelurlaub ,die Paul und ich so verbracht haben ,wie wir es uns vorgestellt hatten - individuell und unbeeinflusst von anderen Mitseglern .

In den verbleibenden vier Tagen unseres Urlaubs wollen wir als Kontrastprogramm einige Maya Tempelanlagen in Mexiko , wie Chichen Itza und Tulum besuchen , aber das ist Stoff für eine andere Geschichte .

Beate Reinicke, Berlin im Mai 2007
Zur Webseite der Autorin: www.be-art-e.de
Angeln vom Dinghi