Landausflug
Von Placencia aus, wo wir einige Tage vor Anker liegen, gibt es gute Möglichkeiten, das Landesinnere von Belize zu erkunden. Die unbefestigte Straße, die sich 50 lange Kilometer auf dieser Landzunge bis zum südlichsten Ende an dem Placencia liegt, erstreckt, ist eine harte Probe für Nerven und Auto. Ein Allrad Fahrzeug ist allemal nötig für diesen Abschnitt, der mit extrem ausgefahrener Wellblechpiste und Staublawinen hinter Lastwagen in atemberaubender Geschwindigkeit, all unsere Konzentration erfordert.
Cockscomb Nationalpark
Aber schon nach einer guten Stunde werden wir belohnt mit einem wunderschönen Blick auf den Cockscomb National Park, der unser heutiges Tagesziel sein soll. Schattige Unterstände laden zum Picknick und zum Plausch mit einem der Parkranger ein. Wir entscheiden uns für einen Wanderweg mittlerer Länge zum Wasserfall.
Das Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary, wie es offiziell heißt, erstreckt sich auf einer Fläche von 200 qkm, beherbergt die seltenen Jaguare und andere Wildkatzen dieser Region und bietet zwölf ausgeschilderte Wanderwege inmitten beeindruckender tropischer Vegetation.
Unser Pfad durch den Dschungel ist gut befestigt, ein wenig hügelig und trotz feucht-schwüler Luft merken wir vorerst wenig von den winzigen Plagegeistern, die ihre Spuren an den Knöcheln und Beinen hinterlassen. Brüllaffen machen sich bemerkbar — leider bekommen wir diesmal keine zu sehen. Vögel, Schmetterlinge und viele Insektenarten lassen uns immer wieder staunend inne halten.
Zum Schluss geht es bergan und schon bald hören wir den Wasserfall, der seine Wassermassen aus einer engen Felsspalte in einen runden türkisblauen Pool ergießt.
Die Gruppe von Ausflüglern, die vom Baden zurückkehrt, ziehen weiter und so haben wir diesen Natur — Jacuzzi ganz für uns allein.
Der Rückweg liegt bald hinter uns, derart erfrischt und belebt und nach einem kurzen Besuch in der Austellung des winzigen Visitors Centers, machen wir uns auf den Weg, um uns eine Unterkunft für die Nacht zu suchen.
Mayflower Archäological Reserve
Kurz vor der folgenden Strassenkreuzung passieren wir das Hinweisschild zum Mayflower Archäological Reserve (ein weiterer Nationalpark mit drei kleineren Maya-Ausgrabungsstätten). Klingt interessant! Aber wir fahren weiter und biegen ab auf den berauschend schönen Hummingbird Highway,der die Küste mit dem belizianischen Regierungssitz,der Stadt Belmopan,verbindet.
Auf halben Weg bei Meile 41 machen wir Station etwas abseits der Strasse in einer Lodge mit dem Namen Caves Branch.
Wir hoffen, hier noch ein Zimmer für die Nacht zu bekommen und am nächsten Morgen eine der Touren mitzumachen, die in unwegsame Höhlen in der Umgebung führt, die noch zahlreiche Maya Kunst- und Gebrauchgegenstände, sowie Wandmalerein aufweisen. Leider ist die Lodge ausgebucht und so bleibt uns nur, nach einem kühlen Bier auf der grosszügigen Veranda, weiter zu fahren. Schade, wir hatten schon viel Interessantes von diesem Platz gehört.
In Belmopan finden wir noch ein Hotel und beschliessen beim Abendessen, den Vormittag für einen Ausflug zum nahegelegenen Menoniten-Dorf Spanish Lookout zu nutzen.
Am nächsten Morgen verlassen wir nach einigen Meilen den Highway in Richtung San Ignacio, welches wir von einem früheren Besuch schon kennen, überqueren einen Nebenarm des Mopan River und entdecken schon bald die ersten europäisch anmutenden Felder mit grasenden, schwarz- bunten Rindern. In der nahegelegenen Dorfschule klingelt es gerade zur Pause und wir sehen blonde Kinder mit blauen Augen, hellhäutige Mädchen mit langen Zöpfen, geblümten wadenlangen Kleidern und festen Schnürschuhen auf den Hof stürmen.
Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein, allerdings fahren wir entlang der Dorfstrasse an modernen Handwerksbetrieben vorbei, die in Belize einen ausgezeichneten Ruf geniessen. Die Milchwirtschaft der menonitischen Bauern versorgt den grössten Teil von Belize´s Einzelhandel mit Milch, Joghurt und Käse.
Zurück am Highway, stoppen wir bei Kropf´s Bakery für ein kurzes Lunch aus menonitischer Küche.
Blue Hole National Park und St. Hermans Cave
Für den Nachmittag stehen Blue Hole National Park und St. Hermans Cave auf dem Programm. Direkt am Hummingbird Highway gelegen, gehören diese beiden Highlights zu einem zusammenhängenden Nationalpark Gebiet, das gut zu Fuss zu erkunden ist.
Eine halbe Stunde Fussmarsch bringt uns zum farnbedeckten Eingang der St. Herrmans Cave, einem eingesunkenem Höhlengebiet, dass der unerschrockene Besucher auf sechs Meilen erkunden kann, vorausgesetzt, er hat feste Stiefel und eine funktionierende Taschenlampe dabei.
Wir erhalten schon am Visitors Center am Eingang die Information, dass der Weg durch diese Höhle zur Zeit gesperrt ist, weil einige der riesigen Stalaktiten eingestürzt sind und somit der Weg unpassierbar bleibt.
Aber schon der Einangsbereich, der wie das riesige Maul eines Ungeheuers in diese wildwuchernde Dschungellandschaft ragt, fasziniert uns und wir erkunden einige hundert Meter glitschigen Felsenwegs in die Dunkelheit.
Dann auf zum Blue Hole, wenige Kilometer entfernt, wiederum ein sogenanntes sinkhole, das von einem kleinen Flüsschen gespeist wird und mit seinem smaragdfarbenem Wasser zum Baden einlädt. Wir schwimmen in eine geräumige Höhle voller Stalaktiten und Stalagmiten, zwischen denen wir jede Menge schlafender Fledermäuse erkennen.
Es wird Zeit, den Rückweg anzutreten, zumal wir noch einen kuzen Boxenstopp in Hopkins einlegen möchten, einem malerischen Badeort südlich von Dangriga, mit viel Garifuna Bevölkerung.
Ein Kurzausflug von zwei Tagen geht zuende — wir haben soviel gesehen und erlebt,und der Blick auf die Karte zeigt uns,dass die nähere Umgebung mit weiteren Attraktionen wie Höhlen,Maya Ruinen, Nationalparks für Naturliebhaber oder Aktivitäten(Rafting,Tubing,Kajaking,Hiking), Medizin-und Naturlehrpfaden gespickt ist.
Weitere Informationen
Interessierte finden auf der mehrsprachigen offiziellen Tourismusseite von Belize detaillierte Informationen aller Art:
Literatur und Kartenmaterial für Reisen rund um den Globus vertreibt die Geobuchhandlung Kiel:
